Der Grafiker, Artdirector und langjährige Lehrende der Angewandten Tino Erben ist
am 8. August im Alter von 93 Jahren verstorben, dies gab seine Familie bekannt.
Tino Erben hat mit seinen
stilbildenden Designs das Wiener Kulturleben über Jahrzehnte mitgeprägt und ist insbesondere durch seine Schriftgestaltung
für die Wiener U-Bahn im Wiener Stadtbild fest verankert.
Geboren 1933 in Wien, studierte Tino
Erben von 1954 bis 1958 an der damaligen Akademie für angewandte Kunst Wien in der Meisterklasse für Grafik und Druckverfahren.
Ab 1980 kehrte er als Lehrbeauftragter für Schriftgestaltung an die Angewandte zurück, wo er von 1988 bis zu seiner Emeritierung
2001 die Meisterklasse für Grafik leitete. In dieser Zeit begleitete Tino Erben seine Studierenden im Übergang vom analogen
zum digitalen Gestalten und richtete in der Lehre einen Fokus auf durch technische Mittel eröffnete neue Gestaltungskonzepte
und Wege der visuellen Kommunikation.
In der Publikation
Sooderauchanders - Tino Erben Grafik-Design 2000 -
1960 lotete Tino Erben die Möglichkeiten des Gestaltens aus und zeigte anhand einer Auswahl seiner Arbeiten seit den
1960er-Jahren seinen persönlichen Zugang zu verschiedenen Aufgabenstellungen.
Als Grafikdesigner entwarf
Tino Erben stilbildende Sujets, gestaltete Plakate und Kataloge für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen etwa für die Albertina,
die Stadt Wien oder die Triennale von Mailand. Für das Historische Museum der Stadt Wien (heute Wien Museum) gestaltete er
in den 1970er- und 80er-Jahren Grafiken für aufsehenerregende Sonderausstellungen (
Traum und Wirklichkeit – Wien 1870–1930,
1985), von 1984 bis 1989 war er Artdirector der Wiener Festwochen.
Mit seinen Arbeiten nahm Tino Erben mehrmals
an der Internationalen Plakatbiennale in Warschau teil und wurde vielfach ausgezeichnet – etwa durch die Plakatwertungsaktion
des Kulturamts Wien, mit Preisen für jahresbeste Plakate sowie mehrfach mit österreichischen Staatspreisen für Buch- und Umschlaggestaltung.
Tino Erbens Werke sind in der Sammlung des
Wien
Museums, im Plakatmuseum Warschau und in der Mährischen Galerie in Brünn vertreten. Umfangreiche Bestände an Werken von
Tino Erben im Bereich Grafikdesign wie Publikationen, Plakate, Originalgrafiken und Manuskripte befinden sich in Kunstsammlung
und Archiv der Universität für angewandte Kunst Wien.